Zurück zu unseren Wurzeln

Die Wurzeln meines Interesse für die Volkskultur haben sprichwörtlich „Wurzeln geschlagen“! Ab sofort gibt es eine spezielle Webseite über meine Tätigkeit und Erfahrungen aus dem Bereich der alpenländischen Volkskultur und erscheint als „Almsommer2024„
In den vielen meiner Recherchen über Volksmusik und Volkskultur bin ich immer wieder darauf gestoßen, daß dieser Bereich sehr sensibel ist, denn das sind unsere Wurzeln. Und die Wurzeln sind ja bekanntlich der Grundstock des Lebens. Der schönste Baum oder die schönste Blume kann nicht gedeihen, wenn man dessen Wurzeln beschädigt oder gar entfernt. Und gerade diese Erkenntnis über Jahrzehnte haben mich zur Überzeugung gebracht, daß die Pflege der Wurzeln, vor allem der eigenen, ein sehr wichtiger Bestandteil für ein zufriedenes und gesundes Leben ist.
Da fällt mir eine Bemerkung ein, die mir jemand, vor vielen, vielen Jahren schon, als Antwort zu meiner Ansicht „Zurück zu den Wurzeln“ ergänzend meinte: „…und wieder zurück hinauf auf die Bäume!“ Ja, damals hat es mich doch ein wenig gestört, doch heute sage ich, der hatte recht. Wir müssen aber deshalb nicht im Rückschritt zurück ins 18. Jahrhundert, es genügt, wenn wir uns darauf besinnen, wer wir sind und was wir sind, jetzt, hier und heute. Und vor allem: WARUM – wir heute so sind wie wir sind.
Mit Volkskultur allgemein befasse ich mich schon viele Jahre. Klar und nachweislich angefangen hat es an einem Samstag im Jahr so um 1988 in Graz. Wie so oft flanierte ich zu meinem Altwarenhändler, der auf vier Etagen alles Mögliche zum Wiederverkauf anbot. Dort hinauf bin ich, glaube ich, nur ein einziges Mal gekommen, da bereits im Erdgeschoß ein riesiger Tisch stand, auf dem, unter dem und über dem, tausende Bücher deponiert waren und grad in dem Augenblick, als ich – wieder einmal – die Bücher durchstöberte und eine Frau neben mir ein Buch von Peter Rosegger hervorkramte und ihrer Freude kaum Einhalt gebieten konnte, als sie auf der inneren Umschlagseite eine persönliche, handschriftliche Widmung des steirischen Poeten entdeckte. Und das war für mich der offensichtliche Startschuß, mich mehr dem Thema Volkskultur zu widmen.
Das anschließende Gespräch mit dem Altwarenhändler verlief für beide Seiten erfolgreich, denn um einen überschaubaren Schilling-Betrag stellte er mir all die Bücher, die da am Tisch lagen und daneben abgestellt waren, an meine Wohnadresse, damals Graz. Etwa 20 große Schachteln voller Bücher stapelte ich in mein Kellerabteil und begann zu sortieren und separieren. Offenbar alles war dabei – nur kein Rosegger! Bei dieser Gelegenheit kaufte ich mir gleich meinen ersten PC: einen Euro-PC von Schneider. Dennoch sammelten sich im Laufe der Jahre danach rund 150 Bücher von Peter Rosegger, die noch zu Lebzeiten des Dichters herausgegeben wurden und heute meine bescheidene Bibliothek schmücken.
Übrigens, neben dem Grab von Peter Rosegger steht auf der Tafel: „Wenn man nach 50 Jahren noch weiß, wer das ist, dann genügt dies; wenn nicht, gönnt ihm seinen Frieden“