Schnitzmesser

„Nur mit einem guten Werkzeug
kann ein gutes Werk entstehen“

Wenn auch unsere Schnitz-Vorgänger sich oftmals mit einfachsten Werkzeugen begnügen mußten, so waren auch dies gute Werkzeuge, die entsprechend den Anforderungen vom „Schnegerer“ selbst hergerichtet wurden. Dr. Franz Gillesberger vom Heimatmuseum Ebensee erzählte mir einmal, dass sogar Haarnadeln von den Schnitzern als Werkzeug benutzt wurden. Das ist heute nicht mehr so, wer hat heute noch Zugang zu Haarnadeln?

Heute gibt es dafür angesehene Fabrikate, die uns ein reiches Sortiment an Schnitzmessern anbieten. Prinzipiell kann man sagen, es gibt keine schlechten Werkzeuge am Markt, wenngleich man aber wegen der Qualität und der damit im Zusammenhang stehenden Abnützung auf Marken aus Österreich und den umliegenden Ländern geachtet werden soll. Der Unterschied der Stahlqualität kann teilweise sehr gravierend sein, man merkt dies spätestens beim selber Schleifen der Werkzeuge!

Auf die Frage, welche Messer man für den Anfang braucht, gibt es keine pauschale Antwort, denn es hängt davon ab, was man schnitzen will und in welcher Größe. Abraten möchte ich prinzipiell von vorgegebenen Sets, die 5-6 Messer enthalten, und meist nur 2-3 wirklich gebraucht werden. Leider ist auch der Fachhandel hier oft überfordert und es gibt nicht überall eine ausreichende Auswahl an Schnitzmessern. Gottseidank gibt es rühmliche Ausnahmen…

Ich saß in meinen Anfängen ratlos vor einem dicken Katalog, in dem verschiedene Messer und daneben Bogensymbole abgebildet waren. „Such dir welche aus“, war die schlichte Anweisung meines „Schnitzlehrers“, dessen Antwort mir zu diesem Zeitpunkt in keiner Weise hilfreich war. Irgendwie kam ich dann aber doch zu meinem Messer-Sortiment, das immerhin aus 13 verschiedenen Einzelstücken bestand. Dabei folgende Messer (Stich/mm): 3/6, 3/10 linksschräg, 3/10 rechtsschräg, 3/20, 5/12, 7/8, 7/14, 7/20, 9/6, 11/2, 11/4, 11/6, 11/12 und 1 Figurenschraube sowie einen Holzschlägel. Insgesamt eine Investition von weit über 300 Euro.

Mit dieser Ausrüstung trat ich in meinen 1. Schnitzkurs ein und bekam so langsam mit, warum so ein Schnitzer so viele Messer braucht (ich weiß, die Bezeichnung „Messer“ ist nicht ganz korrekt, doch will ich mich nicht auf regional unterschiedliche Bezeichnungen hier einlassen, also generell: Messer). Im Laufe der Zeit merkt man, was einem an speziellen Messern fehlt und die habe ich mir nachgekauft. Heute umfaßt meine „Messersammlung“ fast 40 Messer und doch kommt es immer wieder vor, daß mir das eine oder andere für einen speziellen Schnitt fehlt. Improvisieren oder kaufen – oft genügt improvisieren!

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