Nachlese

Ein Blick zurück auf meine Sendungen

Hier liebe Hörer finden Sie den einen oder anderen Hintergrund zu meinen Sendungen, der es mir einfach wichtig ist, festgehalten zu werden.

Mit dem Start meiner Sendereihe „Ums Eck umi g’schaut“ im Freien Radio Salzkammergut (FRS) wußte ich noch nicht annähernd, was auf mich zukommt – gottseidank, denn sonst hätte ich viel früher angefangen, selber Sendung zu machen. Dennoch glaube ich, daß der Zeitpunkt ganz gut gewählt war, denn mit meiner Pensionierung ab Mai 2017 tat sich eine Lücke auf – die Lücke, mit Menschen zu kommunizieren, mich zu engagieren, für eine Sache einzusetzen und diese erfolgreich umzusetzen. So bin ich den Verantwortlichen beim FRS unendlich dankbar, daß es nun seit April 2018 eine gute und konstruktive Zusammenarbeit gibt und ich mit meiner Sendung eine „Verwirklichung“ umsetzen konnte.
Mit vielen Menschen hatte und habe ich wieder zu tun und die Verwirklichung scheint auch zu klappen, was mittlerweile so an die 2-3 Rückmeldungen 🙄 bestätigen, daß es bei denen gut ankommt. An Themen gibt es ja unendlich viel und so gab es auch bereits Rückschläge, die aber eher in das Fach „Erleben“ gehören als in den Bereich „Negatives“.

Bedenkzeit
Und so bin ich bereits bei meiner 1. Sendung im April 2018, in die ich einen katholischen Pfarrer einlud, mit mir so übers Leben zu plaudern, seine Erfahrungen als Seelsorger am Land zu schildern und seine Meinung zum heutigen Umgang der Menschen mit Menschen zu erzählen. Der Herr Pfarrer, schon sehr lange im geistlichen Amt, überlegte eine Weile, ob er zusagen solle oder nicht, bat sich zwei Tage „Bedenkzeit“ um mir dann folgende Antwort zu geben: „Nein, es ist nicht gut, wenn ich da in der Sendung bin, vielleicht sind dann andere Pfarrer eifersüchtig…!“ Natürlich ist hier dies zu akzeptieren, aber irgendwie war das doch so menschlich und nett.

Mostzeit
Ein „peinlicher“ Vorfall passierte beim Interview für eine weitere Sendung, das ich aus Zeitgründen an einem frühen Abend im Anwesen eines Landwirtes machte und aufzeichnete. Etwas ungewohnt war für meine Gesprächspartner, wenn ich im Interview meinen Hörern zu dieser Zeit einen „Guten Morgen“ wünschte, worauf der Jungbauer im Gespräch seine bekömmlichen Produkte aus der eigenen Landwirtschaft pries, „…so wie der Most hier, den wir jetzt genießen…“. Nicht leicht für mich, die „Kurve“ zu kriegen, denn so kurz nach 8 Uhr (Ausstrahlung der Sendung) einen Most zu genießen, ist dann doch nicht sehr üblich.

6-0470- (73)Tonqualität
Eine besondere Herausforderung für mich war eine EXTRA-Sendung, die ich als Reportage eines „Oberkrainer-Konzertes“ im Feldbauernhof produzierte. Erstens war diese Art von Sendung eine Prämiere für mich und zweitens konnte ich es nicht abschätzen, ob ich überhaupt ein Interview von Sašo Avsenik bekommen würde. Vielfach gehen solche Interviews nur mit Akkreditierung und nur über die Agentur. Nicht so hier, denn die Burschen rund um Sašo sind trotz des Erfolges wirklich „normal“ geblieben und der Enkel des berühmten Slavko Avsenik (Trompetenecho), plauderte so richtig herzlich und spontan mit mir. Allein das Problem war die Aufnahmeakustik der Musikstücke, da mir keine Aufnahmeanlage zur Verfügung stand, sondern nur ein kleines mobiles Aufnahmegerät. Sašo Avsenik meisterte dies für mich und schickte mir umgehend einen Mitschnitt, der kurz vorher bei einem Konzert in der Steiermark produziert wurde. Diesen durfte ich für meine Sendung verwenden, völlig kostenlos und unkompliziert, in hervorragender Live-Qualität.

Tonlos
Für meine Sendungen verwende ich nach Möglichkeit auch identische Volksmusik aus der Gegend, aus der das Interview gemacht wird bzw. die Sendung handelt. Um hier nicht auf ohnehin oft gespieltes Archivmaterial zurückgreifen zu müssen, suche ich immer wieder den Kontakt mit örtlichen Musikgruppen und Chören. Und dann folgt oft ein böses Erwachen für mich: es gibt nichts an Tonmaterial. Und wirklich, es ist tatsächlich so, daß es von vielen Blaskapellen, Chören und anderen Musikgruppen einfach keine CDs, Mitschnitte oder ähnliches gibt. Ein paar Mitschnitte habe ich dann doch erhalten, eingespielt noch mit alten Kassettenrecordern oder ähnlichen auf mittlerweile verkommenen und teilweise verknitterten Bändern – die Tonqualität entsprechend – unbrauchbar. Um da nicht ganz „tonlos“ zu werden, muß ich dann doch wohl oder übel auf Tonmaterial aus dem Archiv zurückgreifen, oft auch nicht ganz ident mit der Gegend, in der meine Sendung dann handelt – leider ein Kompromiß! Denn die Musik ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Sendungen.

Karl Pumberger-KasperWitzlos
Bereits das erste Konzept für meine Sendung sah vor, in jeder Sendung einen humoristischen Einstieg zu machen. Dachte ich dabei am Anfang an Karl Valentin, so gab es hier Probleme mit den Senderechten und gottlob bekam ich vom ehemaligen Radiomoderator beim ORF Oberösterreich, Robert Schiffermüller, den heißen Tipp: „Geh zum Karl Pumberger-Kasper – das ist der Richtige für Deine Sendung!“ Er sagte es und ich tat es. Schon der erste Kontakt mit dem Innviertler Dichter war herzlich wie unter alten Freunden und spontan las der Karl aus seinen Büchern Geschichten zu den Themen passend, die ich ihm für die nächsten geplanten Sendungen vorgab. Und so kam Material für fast ein ganzes Jahr zusammen. Aber liebe Hörer, es gibt eine Fortsetzung der humoristischen Einlagen mit Karl Pumberger-Kasper, die Geschichten werden in Kürze aufgezeichnet damit meine Sendungen nicht „witzlos“ werden. Danke Karl, für zumindest ein weiteres Jahr mit Deinen lustigen, manchmal auch nachdenklichen, Geschichten!

Weitere Erlebnisse folgen in Kürze!

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