Weg zur eigenen Krippe

Gangbare Möglichkeiten zur eigenen Krippe

Wege gibt es viele, doch die einen sind steiniger, die anderen sind leichter und noch andere sind länger. Doch was ist der beste Weg zur eigenen Krippe? Mehrere Anfragen darf ich hier pauschal beantworten, denn man muß wahrlich kein Künstler sein, um seine eigene Krippe zu bauen.

Der bequemste Weg zur eigenen Krippe führt über den Handel. Nahezu überall werden vom November weg (manchmal sogar schon früher) Krippen in allen Größen und Varianten angeboten, mit Beleuchtung, mit Figuren und in allen Preisklassen. Zugreifen sag ich! Dann hat man seine eigene Krippe – mit allem Drum und Dran, vielleicht sogar mit einem Spielwerk mit „Jingle-bells“ zum Aufziehen. Die Ernüchterung folgt meist bereits an den ersten Weihnachten, wenn man die Reaktion der Gäste verfolgt („Äh, das ist doch die Krippe vom XYZ-Markt“).

Der steinigste Weg ist der, wenn man mit einer bestimmten Vorstellung von der künftigen Krippe fest im Hirn fixiert, diese in Katalogen sucht, um dann festzustellen, die gibt es sowieso nicht. Also schreitet man zur Tat und beginnt (s)eine Krippe selbst zu bauen. Gute Idee, doch kann es dann durchaus sein, daß die Krippe schlußendlich doch nicht ganz so aussieht, wie man es sich eigentlich vorgestellt hat. Und dann sollen auch noch die Figuren kommen, doch woher diese nehmen? Und schon ist man weg von seiner Vorstellung, denn die erhältlichen Figuren sind meist nicht in der richtigen Größe zu bekommen (man sollte bereits vor Beginn des Krippenbaus die Figuren bedenken!) und dann passt auch der Stil nicht zur eigenen Krippe. Leider wird sich die längerfristige Freude an dieser eigenen Krippe in Grenzen halten – leider sehr!

Der sicherste Weg, allerdings auch (meist) der kostenintensivste, ist der, eine Krippe nach seinen eigenen Vorstellungen bauen zu lassen. Landauf, landab gibt es Leute, die sich zum Krippenbauen berufen fühlen und wirklich wahre Prachtstücke aus deren Werkstätten bringen. Genau in dem Ausmaß, wie es gewünscht ist und auch tatsächlich diese Art von Krippe, die man sich vorstellte. Und da passen auch die Figuren genau, die man vielleicht schon vor Jahren irgendwo bei einem Adventmarkt einem Schnitzer abgekauft hat – in der Größe, wie auch in der Art und der Ausführung. Eher selten ist leider die Tatsache, daß der, der  Krippen baut, auch Figuren schnitzt. Aber, liebe Leute, stellt lieber einmal eine Krippe ohne Figuren auf, als daß ihr euch irgendwelche (oft überteuerte) Figuren andrehen läßt, mit denen man schon bald keine Freude mehr hat, weil sie eben maschinell hergestellte „Massenprodukte“ sind und unvergleichlich zu wirklich vollkommen handgeschnitzte Figuren sind.
Oder man probiert es einfach selbst aus, eine Figur zu schnitzen. Hiefür gibt es Schnitzkurse, wobei man aber die eigene Erwartung einmal nicht zu hoch ansetzen sollte, denn die erste Figur wird kaum so werden, was man sie sich vorgestellt hat.

Doch es gibt auch dazwischen Wege, die zur eigenen Krippe führen. Selbermachen ist schon einmal gut, wenn man den Platz und die Zeit hat, das Werkzeug, das Material und natürlich auch die passenden Figuren, denn die Krippe sollte ja auch belebt werden.
Meist hat man ja wirklich eine bestimmt Vorstellung von seiner zukünftigen, eigenen Krippe und ein guter Rat sei hier angebracht: Nichts überstürzen! In Ruhe überlegen, wo die Hauskrippe einmal stehen soll, sind Haustiere wie Hunde, Katzen oder Vögel im Heim, die sich vielleicht in Ihrer Abwesenheit intensiv für die Krippe interessieren? Wo wird die Krippe gelagert? Immerhin ist sie rund 10 Monate im Jahr ohne Funktion und sollte in dieser Zeit entsprechenden gelagert werden können.
Für mich hat auch noch was anderes eine hohe Wichtigkeit: Das Wissen um das Krippengeschehen herum. Daß es einst 3 Könige waren, das weiß man vielleicht noch aus der Schulzeit, doch wer ist wer von denen und waren es tatsächlich drei? Und ist da nicht einer schwarz? Warum schaut eine Orientalische Krippe „orientalisch“ aus? Und auf was kommt es bei der Alpenländischen Krippe drauf an, um sie „alpenländisch“ aussehen zu lassen? Ist eine Tiroler-Krippe gleich wie eine Salzkammergut-Krippe? Welche Bepflanzung (Dekoration) gehört in welche Krippe?

Also Fragen über Fragen, die ja wirklich ihre Berechtigung haben und auf die es ankommt, daß eine Krippe wie eine Krippe aussieht und nicht wie ein Bahnhof im Gebirge. Erst wenn die grundsätzlichen Fragen geklärt sind, sollte man sich an den Krippenbau wagen, um sich selbst (und seinen Lieben) eine Enttäuschung zu ersparen. Und genau solche Fragen werden beim „Krippenbau-Schnuppern“ aufgegriffen um beim Krippenbau entsprechend umgesetzt zu werden.

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