Glossar

„Die große Welt der Begriffe rund um Krippen“

Viele Begriffe tummeln sich rund um das Krippenwesen und finden oft keinen offensichtlichen Zusammenhang mit einer Bedeutung. Hier kann im eingeschränkten Rahmen Abhilfe geschaffen werden. Zu berücksichtigen ist auch die Tatsache, daß einst nahezu jedes Dorf seine eigene Theorie rund um Krippen bildete. Die Informationen gingen eben damals, vor über 200 Jahren noch nicht so schnell von einem zum anderen Ort. Meist durch Übersiedelung und Verlegung von Arbeitskräften drangen diese Informationen nach außen.
Als speziell auf das Salzkammergut und die typischen Salzkammergut-Krippenfiguren bezogene Informationsquelle dient unter anderem das leider bereits vergriffene Buch „O Bruader, lieber Bruader mein…“ von Konsulent Franz Frey aus Ebensee. Aus diesem habe ich mir auch erlaubt, einige wenige Textpassagen direkt zu übernehmen.

Anbetender Hirt
Figur in der Weihnachtskrippe, die vorwiegend in demütiger Haltung, stark geneigt oder schon beinahe liegend, das Heilige Kind anbetend, dargestellt wird.

Äpfelbrocker
6-0468-038Typische Figur in der Ebenseer Landschaftskrippe. Meist männliche Darstellung beim Pflücken von Äpfeln direkt vom Baum. Für den Obstbaum habe ich ein Endstück eines lebenden Apfelbaumes nahe meiner Werkstatt abgeschnitten und mit geschnitzten Äpfeln behangen. Der am Boden stehende Korb wurde ebenfalls geschnitzt und darin Äpfel angedeutet.
Früher wurden als „Apfelbaum“ meist Zweige einer Buche verwendet, die mit grünen Papierblättern und gelb und rot bemalten Erbsen behangen wurden.

Äpfeltraga
An und für sich sind es zwei verschiedene Figuren, die sich da um die Äpfel ranken. In der Literatur habe ich bislang noch keinen deutlichen Hinweis darauf gefunden, jedoch schreibt Konsulent Franz Frey in seinem Buch „O Bruader, lieber Bruader mein…“ unter dem „Äpfelbrocker“ den Hinweis: Manchmal findet man auch Darstellungen von „Äpfltraga“ mit einem Korb gepflückter Äpfel. Bekannt sind auch Salzkammergut-Figuren, die die Szene vom Äpfeltraga auch weiblich darstellt. Ebenfalls bekannt ist eine Darstellung der „Äpfelbrocker“ als Doppelfigur, 2 Personen „tragen“ einen vollbefüllten Korb mit Äpfeln. Eine Verwischung der beiden Figuren „Äpfelbrocker“ und „Äpfeltraga“ mag allerdings nicht gewollt sein und hat sich im Laufe der Zeit einfach ergeben.

Baumschwamm
Baumschwämme findet man in Laub- und Nadelwäldern und zählen zu den Pilzen. Für den Krippenbauer sind passende Exemplare von großer Bedeutung, da ein Baumschwamm als Grundlage einer eigenen Krippen, der Schwammkrippe (->siehe „Schwammkrippe“) – dienen kann oder als natürliche Dekoration.
Die Größe der Baumschwämme ist sehr variabel und kann von wenigen Zentimetern bis zu 30 Zentimeter betragen. Verwachsungen mit anderen Baumschwämmen sind möglich, zählen aber eher zu den Raritäten und sind bei den Krippenbauern sehr begehrt. Der Baumschwamm wird vorsichtig vom Baum entfernt, und ich setze diesen nach einer natürlichen Trocknungszeit sicherheitshalber einer zusätzlichen Hitzebehandlung um die 90°C gegen unliebsame „Mitbewohner“ aus. Dazu eignet sich ein gewöhnliches Backrohr.

Beleuchtung der Krippe
Ein heikles Thema ist die Krippenbeleuchtung, denn hier ist Stimmung und Kitsch ganz schnell vermischt. Ältere Krippen werden heute noch mit kleinen Glühlampen beleuchtet, wenn da eines der Birnchen seinen Geist aufgibt, dann wirds meist ein Problem. Und kaputt werden diese kleinen Glühbirnchen, gespeist mit Strom von Batterien oder über Trafo, relativ schnell.
Hier kommt die technische Entwicklung dem Krippenbauer sehr entgegen, denn heute wird nahezu ausschließlich LED-Beleuchtung installiert.
Dies ist nicht nur einfacher, sondern bringt auch den Vorteil von unterschiedlichen Lichtfarben, wobei ich nicht unbedingt rot, grün, blau und vielleicht auch noch blinkend, meine – das wäre bereits deutlich in Richtung Kitsch.

Bieh
6-0456-053Hinter diesem kurzen Begriff steht ein ganz wichtiger Bereich der Landschaftskrippe, nämlich der Unterbau, auf den die Krippe aufgebaut wird. Die Bieh (mgl. aus „Bühne“ abgeleitet) ist kein sichtbarer Bereich, wird oberhalb durch die Krippenlandschaft abgedeckt und seitlich durch das kunstvoll gearbeitete Krippentuch, meist von der Krippenmutter (oder deren Vorfahren) mit einem Spruch versehen, oftmals gestickt.
Dieses Beispiel zeigt meine Landschaftskrippe, die ich aus Platzmangel im Maßstab von ca. 1:10 gebaut habe.

Blinde Veit
6-0457-086Der blinde Veit – oder auch Veitl, ist eine der typischen Figuren, die in kaum einer Ebenseer Landschaftskrippe fehlen darf. Die Darstellung ist eindeutig durch die schräge Kopfhaltung zu erkennen, meist wird der blinde „Veitl“ von einem anderen Menschen behilflicherweise auf den richtigen Weg verwiesen. Eine Herausforderung für jeden Schnitzer, die Darstellung so richtig hinzubekommen! Besonders bei dieser Figur zeigt es sich klar und deutlich, daß man einen Gefühlsausdruck nicht kopieren kann, sondern dieser sollte im Schnitzer während der Arbeit selbst entstehen.

Bruadan
6-0452-087In Ebensee war das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Zeit der Industrialisierung und der Hochkonjunktur der Salzgewinnung sehr stark ausgeprägt. So bezeichnete man einen Nachbarn (siehe auch dort!) oder einen Arbeitskollegen als „Bruadan“ (Bruder). Mit diesem Begriff „Bruadan“ ist auch das bekannte Weihnachtslied „O Bruader, lieber Bruader mein“ verbunden.
Vielfach ist diese Verbundenheit unter den „alten“ Ebenseern noch heute anzutreffen und erstaunlicher Weise wieder bei vielen Jungen, was nicht zuletzt auf die Pflege des echten Brauchtums zurückzuführen sein mag.

„O Bruada lieber Bruada“ (der Text zum berühmten Lied)
 1. Oh Bruada liaba Bruda mein,
wás i dir neuch´s muaß ság´n.
Und wás sich heut´ um Mitternácht hát neues zuagetrág´n.
Sah i a Hüttal steh´n, von fern a Liacht aufgeh´n,
\: so geh´n ma daunn, so woll´n ma geh´n
woll´n glei dá zuawi steh´n.:/
 
2. Vor Freuden i kaum reden kaunn,
waunn i dö Musi hö´r.
Es kniat dabei, a schöne Frau und a, a schöner Herr.
Dás Kind liegt auf dem Heu, Ochs und Es´l ist a dabei.
\: Es wend´t die Äuglein hin und her,
ich glaub es friert so sehr.:/
 
3. Wás muaß dás für a Kindal sein,
wás moanst denn Kámerád.
Dás Kind dás muaß vom Himmel sein,
weil´s so vü Liachta hát.
Es brennt dás gaunze Haus, den Glánz gibt´s gár heraus.
\: So geh´n ma daunn so woll´n ma geh´n,
wolln´s weita breiten aus.:/

Ebenseer Landschaftskrippe
Diese so oft zitierte Krippenart ist unverkennbar und wirklich nur in Ebensee (und der nahen Umgebung) zu Hause, sieht man von Abwanderungen und Übertragungen ab. Das Ausmaß dieser Landschaftskrippe kann durchaus mehrere Meter betragen und an die 500 Figuren beheimaten. Oft werden Szenen aus dem Ort und dem Umland dargestellt und man kann in den Krippen schon längst nicht mehr exisitierende Bauten, meist Gasthäuser oder sonstige markante Bauwerke, erkennen, ebenso wie Originale aus dem Ort, also bemerkenswerte Personen, die sich um die Zeit des Krippenbaus hier aufhielten. Seit 2015 ist die Ebenseer Landschaftskrippe als Weltkulturebe verzeichnet, wörtlich: „Das Element Aufstellen und Besuch der Landschaftskrippen im Salzkammergut“ in das Österreichische Verzeichnis des lmmateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Fetzen
6-0460-021Fast die selbe Wichtigkeit wie eine eigene Krippe, ist für einen Ebenseer, und auch darüber hinaus, die Existenz eines geschnitzten Fetzen im Haus. Der Fetzen, eine Figur, die tatsächlich in Ebensee ihren Ausgangspunkt hat, steht im direkten Zusammenhang mit dem Fasching in Ebensee.
Dabei zählt zu den markentesten Merkmalen die bunte, streifenartige Kleidung, der auffällige Hut mit Blumen und/oder Vögeln drauf und der Regenschirm, der auch schon bessere Zeiten erlebt hat.
Wichtig ist auch die Fetzen-Maske oder Larve, die dem Träger, neben der Stimm-Verstellung, eine gewisse Anonymität verleiht. Die abgebildete Figur wurde 2016 von mir selbst gefertigt (geschnitzt, bekleidet und gefaßt) und hat eine Höhe von ca. 20 cm.
In Original kann man die Fetzen in Ebensee alljährlich beim Fetzenzug am Faschingmontag (Rosenmontag) erleben und bestaunen.

Fetzenmaske / Fetzenlarve
Für einen Schnitzer im Salzkammergut zählt es so gut wie zum „Pflichtstück“, zumindest 1 Ebenseer Fetzenlarve selbst zu schnitzen. Dazu verwendet der Schnegerer Lindenholz und schnitzt nach eigener Idee ein Fetzengesicht und bemalt dieses nach den Vorbilderen der eingesessenen Ebenseer Larven. Am Faschingmontag wird alljährlich in Ebensee der „Fetzenzug“ abgehalten, bei dem die mit Larven und buntem Streifengewand durch die Gassen des Traunsee-Ortes ziehen und den einen oder anderen Passanten ganz schön „auf die Schaufel nehmen“ kann.

Gloriaengel
6-0458-001Engeldarstellung, die über dem Krippenstall schwebt und in beiden Händen ein Spruchband hält, das die Aufschrift „Gloria in excelsis Deo“ trägt. Am 5. bzw. 6. Jänner wird der Gloriaengel gegen den Königsstern ausgetauscht. Da werden auch die Heiligen 3 Könige in die Krippe gestellt.
Das Datum „5. bzw. 6. Jänner“ ergibt sich aus dem Grund, daß speziell im Bereich Ebensee am 5. Jänner, noch vor den 3 Weisen aus dem Morgenland (Heilige 3 Könige) auch die „Glöckler“ dem Neugeborenen ihren Besuch abstatten.

Glöckler
Im Krippengeschehen spielen die Glöckler vorwiegend in Ebensee eine Rolle, obwohl diese in der „offiziellen“ Weihnachtsgeschichte nicht zu finden sind. Alljährlich wird am 5. Jänner die Ebenseer Landschaftskrippe umgebaut, um den Glöcklern Platz zu machen. Mit ihren wunderschönen und teils riesigen Kappen marschieren Glöckler-Passen im Gänsemarsch durch den gesamten Ort (Bild: beim Eggerhaus in Altmünster) und macht an verschiedenen Stationen halt. Da werden in Kreisform heimische Weihnachtslieder gesungen, das bekannteste hier ist wohl „O Bruader, lieber Bruader mein…“, um danach mit lautem Glockengeläute weiterzuziehen. Diese Glocken sind Viehglocken, die an diesem Tag der Glöckler nach hinten umgehängt hat. Und genau diese Darstellung findet in der Ebenseer Landschaftkrippe ihren Platz, um das neugeborene Jesukind zu huldigen.

Grundplatte
6-0357-047Jede Krippe steht auf einer Grundplatte, auf der das gesamte Bild aufgebaut wird. Am Geeignetsten bietet sich dafür eine mehrfach verleimte Multiplex-Platte, auch als MPX-Platte bezeichnet, die sich kaum verziehen kann und sehr stabil ist. Die Plattenränder können vermörtelt oder mit Leisten abgedeckt werden. Tipp: während des Bauens der Krippe bringe ich provisorische „Füße“ an der Platten-Unterseite an, was Verschmutzungen und Beschädigungen vermeidet. Wenn die Krippe fertig ist, ersetze ich diese, zur Krippenart passend, durch Holzplättchen oder Asträdchen.

Hald – Hintergrund
Was man speziell bei den großen Landschaftskrippen oftmals sieht, ist der meist kunstvoll gemalte Hintergrund, der hier im Salzkammergut als „Hald“ bezeichnet wird. Damit wird ein möglichst nahtloser Übergang von der Krippe in den weiten, schier unendlichen Hintergrund erreicht und gibt der Krippe eine beeindruckende Tiefe. Erfreulicherweise erlebt die Hald wieder eine Art der Auferstehung, nachdem sie in den vergangenen Jahrzehnten nahezu in Vergessenheit geraten ist, da sich kaum jemand über diese heikle Technik der Haldmalerei getraut hat – rühmliche Ausnahmen gibt es gottseidank! Auch ich habe bei der nebenstehenden Aufnahme eine Hald aus dem Museum Ebensee als Beispiel genommen, mittlerweile habe ich aber meine 1. Hald selber gemalt (probiert) – diese hier ist aber doch schöner 😉

Handgeschnitzte Krippenfiguren
rein handgeschnitzte KrippenfigurLeider ist nicht alles handgeschnitzt wo „handgeschnitzt“ draufsteht. Immer wieder finde ich auf Märkten und auch anderswo, natürlich auch im Internet, „handgeschnitzte Figuren“ bzw. „handgeschnitzte Krippenfiguren“, die ganz sicher keine solchen sind. Der Unterschied ist oft gar nicht leicht zu erkennen, doch wenn man selbst einmal rund 300 Figuren tatsächlich selbst handgeschnitzt hat, dann bekommt man schon ein Auge dafür, ob es wirklich Handarbeit ist oder maschinelle Fertigung. Oft behilft sich der „Schnitzer“ auch mit Schnitzapparaten, das sind Geräte, die es mit dazugehörigen Eisen bereits um wenig Geld gibt. Man erzielt dabei relativ schnelle Ergebnisse, den Unterschied sieht man aber auch bei genauerem Hinsehen. Aber immerhin schnitzt man da „mit der Hand“, wenngleich es keine „handgeschnitzte Figur“ ist. Krasser wird es bei Fräslingen oder Rohlingen, die in Massenware maschinell hergestellt werden und der „Schnitzer“ mit wenigen Handgriffen „seine“ Handschrift drauf legt. Und bei genauem Betrachten der Kataloge oder Regale, wo diese Figuren ausgestellt sich, schaut sich jeder Josef, jede Maria und alle anderen Figuren „zum Verwechseln“ ähnlich. Auch vom Holz her gibt es dabei große Unterschiede. Somit sollte sich der Interessent bewußt sein, was er will: handgeschnitzte Figuren oder eben keine handgeschnitzten Figuren. Der Preis allein sagt natürlich noch lange nichts über die Herstellungsart aus! Am besten ist es, wenn Sie Interesse an Figuren haben, suchen Sie sich einen Schnitzer aus, der Ihnen zeigen kann, wie er eine Figur aus 1 Stück Holz selber herausschnitzt und nehmen Sie diese – das ist dann eine „handgeschnitzte Figur“ – garantiert!

Heilige 3 Könige
Nicht immer ganz klar ist die Darstellung der Heiligen 3 Könige, da sich um ihren Ursprung mehrere unterschiedliche Versionen ranken. Dies reicht von der Meinung, es hat einmal überhaupt 12 Könige (einmal mehr, einmal weniger…) gegeben bis hin zur Ansicht, daß es gar nicht Könige waren und als solches überhaupt nicht dargestellt werden. In der Salzkammergutkrippe hat es sich eingebürgert, daß es hier 3 Könige gibt: Den Caspar, ein junger, schwarzfarbener König, zumeist in Krippenbetrachtungsrichtung links stehend dargestellt. Mittig kniet (meist) der Melchior, ein ältlicher, extrem demütiger König und rechts davon steht der stattliche König Balthasar im wertvollen Gewand. Alle 3 Könige bringen dem Kind reichliche Gaben in Schatullen, oft wird auch Weihrauch, Gold und Myrrhe als Gabe dargestellt. Diese Figurengruppe findet allerdings in der Salzkammergutkrippe erst am 6. Jänner Platz, der bis dahin postierte Gloriaengel über der Krippe wird gegen den Schweifstern ausgetauscht.

Heißl, Schnitzerfamilie in Ebensee
Wenn man vom Schnitzen in Ebensee spricht, kommt man über den Namen „Heißl“ nicht umher. Wer von der Familie der erste Schnitzer war, ist nicht ganz klar belegt, doch gilt offiziell Karl Heißl, geboren am 21. Oktober 1800, als „eifriger und geschickter Schnitzer“, der als Forstarbeiter tätig war. Der nächste Heißl, Ernestus (Ernst) Heißl, erblickte am 1. Jänner 1829 das Licht der Welt, auch er wurde von berufswegen Forstarbeiter und Jäger, prägend war aber seine Begabung, die Tatkraft und Kunstfertigkeit für das Schnitzen und wagte sogar den Schritt in die Selbständigkeit als Bildhauer. Hof und Adel belieferte er mit Trophäenplatten für lebensgroße Hirsch- und Rehköpfe aber auch kleinere Tiere und Tiergruppen. Weitere bekannte Heißl-Schnitzer sind noch folgend Eduard (1858-1928), Ernst (1860-1933), Johann (1865-1949), Rudolf d.Ä. (1874-1955) und Rudolf d.J. (1903-1975).

Hirtenfeld
6-0452-024So wird der ebene Raum, meist vor dem Stall, der typischen Ebenseer Landschaftskrippe bezeichnet. Dieser Platz wird vorwiegend von Hirten und Weidevieh besetzt. Weidevieh sind meist Schafe und Ziegen. Dazu eine Passage der Aschaffenburger Krippenfreunde: „Während Gott als Kind zur Welt kommt, öffnet sich über den bescheidensten Menschen, den Hirten auf dem freien Feld, der Himmel, und Engel steigen hernieder und verkünden ihnen ‚eine große Freude‘. Das historische Hirtenfeld ‚Beit Shahour‘ liegt eine halbe Gehstunde bergab von Bethlehem zur Wüste und dem Toten Meer hin. Der Davidsbrunnen, der in einigen Krippen unerkannt und unverstanden steht, erinnert bis heute daran, daß David ebenso auf diesem Feld Schafe gehütet hat und an dieser Stelle durch den greisen Samuel zum König gesalbt wurde.“ In das Hirtenfeld kann auch die Szene des „schlafenden Hirten“ (hier Mitte vorne) eingebaut werden.

Holzschmuck
Die Vielfalt ist groß, was es an Holzschmuck am Markt gibt, eine spezielle Linie aus Zwetschkenholz ist eher selten anzutreffen – war anzutreffen. Seit Herbst 2017 gibt es eine größere Auswahl an Holzschmuckstücken aus dem Holz der heimischen Zwetschken und stößt auf sehr großes Interesse. Die Hautverträglichkeit ist über Monate hindurch getestet worden und es gibt keinerlei Auffälligkeiten, sogar Hallenbad und Meerwasser konnten diesem robusten Holz nichts antun. Der Holzschmuck aus meiner Werkstatt wird mit einer Kupferdrahtaufhängung und einem Echt-Lederband zum Verkauf angeboten, Varianten mit Echtsilber oder Gold sind nach Anfrage möglich! Besichtigung in meiner Werkstatt in Altmünster (nur gegen Voranmeldung!)

Jahreskrippe / Ganzjahreskrippe
Trotz der umfangreichen Gestaltungsmöglichkeiten gibt es Jahreskrippen oder Ganzjahreskrippen bei uns relativ selten. Vielleicht liegt es auch daran, daß man sich heutzutage kaum mehr mit der „Heiligen Schrift“ befaßt und die dort aufgezeichneten Szenen in Krippenform darstellt. Bei dieser Krippenart handelt es sich um einzelne oder wechselnde Darstellungen im Jahreszyklus wie z.B. Ostern, Pfingsten, Jesus in der Synagoge von Kafarnaum oder auch die Verkündigung Maria. In die Jahreskrippe integrieren kann man dabei auch Sonntagsevangelien und natürlich die klassische Weihnachtskrippe und auch die Passionskrippe.

Kastenkrippe
Eine von drei Seiten umschlossene Kiste bildet die Basis für diese Krippendarstellung, in die eine Krippe eingebaut ist. Die spezielle Art, Krippen in Laternen einzubauen, zählt ebenfalls zu den Kastenkrippen.

Krippe
Eine Krippe ist die Darstellung eines Heiligen Geschehens. Es gibt nicht nur die Weihnachtskrippe sondern auch Passionskrippen, die das Österliche Geschehen darstellen und auch „Jahreskrippen“. Im Salzkammergut wird eine größere Krippe „Krippö“ genannt und eine kleinere als „Kripperl“ bezeichnet. Große und kleine Krippen kann man vielerorts bei einer „Kripperl-Roas“ anschauen. Krippen gibt es so gut wie überall auf der Erde, wobei sich die Darstellungen meist regional an die örtlichen Gegebenheiten, wie Häuser, Gelände und Bepflanzung anpassen, ebenso wie oft auch die Kleidung der dargestellten Figuren. Die Geburt Christi ist dabei nicht an eine bestimmt Religion gebunden, in vielen Glaubensrichtungen gibt es diese Überlieferung und damit auch die Darstellung der Christi Geburt. Nahezu weltweit (im Bild Bukarest 1992, ergänzt durch meine Wenigkeit…) kann man als aufmerksamer Interessierter mehr oder minder beeindruckende Krippenarten und -darstellungen finden.

Krippenarten
6-0453-053Die Artenvielfalt von Krippen ist enorm und unterscheidet sich zumeist aus der Bauart, der Darstellung und der Aufmachung. Typisch für das Salzkammergut ist die „Ebenseer Landschaftskrippe“, die ein Ausmaß von mehreren Metern erreichen kann und auch mal an die 400-500 Figuren beinhaltet. Hauptsächlich war aus Platzgründen jedoch in Ebensee die „Eckkrippe“ üblich, eine Darstellung des Heiligen Geschehens in Eckform. Diese war deshalb so beliebt, da man in der Zimmerecke auch die beiden Fenster nutzen konnte und so von zwei Seiten Licht hatte, was in einer Zeit, in der man noch kein elektrisches Licht kannte, eine wesentliche Rolle spielte. Grundsätzlich wird aber prinzipiell zwischen „Alpenländischer Krippe“ und „Orientalischer Krippe“ unterschieden, aus denen sich die unendlichen Unterformen herauskristallisieren. Mehr dazu auf der Seite über die Krippenarten.

Krippenfiguren
6-0468-065In der typischen Salzkammergut-Krippe hat jede Figur eine besondere Bedeutung. Bekannte Namen wie „Vada, lass mi a mitgeh“ oder „S’Mirzal mit da Henn“, die „Trüfi-Weiba“ oder der „Veigalstocktraga“, „Vogelfänger“ oder „Wiagaltraga“ haben ihren bestimmten Platz ebenso wie der „Hussmelack“ oder der „Traubenträger“. Über 30 einzelne Figuren zählen zu diesem Kreis. Die Schreibweise kann teils gravierend abweichen wie das Beispiel „Naz“ verdeutlicht. So gibt es den „Naz mit da Budahenn“,  den „Naz mit der Henne“ oder auch den „Naz mit der Buttàhenn“. Beim „Vada, lass mi a mitgeh“ verhält es sich ähnlich, der auch als „Våta lass mi a mitgeh’n“ gefunden wird oder als „Voda lass mi a mitgehn“ oder „Vadà la mi à mitgehn“ bezeichnet werden kann.

Krippenmörtel
Beim traditionellen Krippenbau wird man um den Baustoff „Krippenmörtel“ kaum herumkommen, der sich von der Anwendungsart mit „Papiermaché“ vergleichen läßt. Krippenmörtel besteht aus heimischer Bergkreide, Sägemehl oder Sägespänen und Leimwasser. Die Verarbeitung ist denkbar einfach, jedoch sollte die Trockenzeit berücksichtigt werden. Je nach Verwendungszweck kann man Sägespäne in allen Feinheitsgraden bis hin zum Sägemehl verwenden. Nach dem vollständigen Austrocknen wird die Masse sehr hart und stabil, kann geschliffen und natürlich bemalt oder koloriert werden. Die breiige Masse ist in einem verschlossenen Behältnis, mit Zugabe von extra Wasser, sehr lange haltbar. Vor Wiedergebrauch einfach das Wasser abschütten und Krippenmörtel vor dem Auftragen gut verrühren.

Kripperl-Roas
Eine alte Tradition ist die Kripperl-Roas, die im Salzkammergut in vielen Orten abgehalten wird und sich großem Interesse erfreut. Der Ablauf ist folgend: Ausgewählte Stationen präsentieren ihre Krippe in der Zeit von 26. Dezember bis 2. Februar, wobei dieses Datum variieren kann. In dieser Zeit steht das Haus für Interessierte offen (Voranmeldung erbeten – meist Privathäuser!) und der Krippenvater oder die Krippenmutter erklärt die Krippe (Bild: Kripperlroas beim Heimathaus Neukirchen), untermalt mit Anekdoten und Erlebnissen. Der Besuch ist prinzipiell kostenlos, doch ist es üblich, einen Obolus zu hinterlegen – eine kleine Gabe, die für den Aufwand Entschädigung finden soll. Man denke nur an das Wetter, man trät doch Schmutz ins Haus und das muß laufend gereinigt werden.

Lampöriedel
Das ist in der Landschaftskrippe ein Hügel mit Schafen, vielfach mit einem sitzenden Hirten dargestellt, der ein Instrument bläst.

Literatur über Krippen
Am Markt gibt es eine Fülle von Literatur über Krippen, auf die hier im Einzelnen einzugehen den Platz sprengen würden. Es ist auch verständlich, daß ich nicht alle Werke dieser Art kenne und auch nicht urteilen will, was gut oder weniger gut ist. Hier erlaube ich mir aber dennoch, auf 1 besonderes Werk hinzuweisen: Franz Frey – „O Bruader, lieber Bruder mein…“.
Das leider bereits vergriffene Buch beschreibt gefühlvoll die Entstehung der typischen Ebenseer Krippenfiguren anhand des heimischen Weihnachtsliedes und erklärt die Zusammenhänge des weihnachtlichen Brauchtums in Ebensee. Konsulent Franz Frey, ein hervorragender Schnitzer aus Ebensee und Kenner des Krippengeschehens im Salzkammergut, hat mit diesem Werk einen wesentlichen Beitrag zur Kulturerhaltung geleistet! Nur schade, daß das Buch bereits vergriffen und ein Nachdruck leider nicht in Sicht ist.

Literatur über Schnitzen
Etwas weniger Auwahl als über Krippen gibt es als Literatur über das Schnitzen. Und dennoch sei mir mit Verlaub gestattet, auf 1 Werk hinzuweisen. „Vom Kerbschnitzen zum ornamentalen Reliefschnitt“ von Josef Mader ist mein persönlicher „Renner“, der mit Gefühl auf die einzelnen Schritte beim Schnitzen eingeht und in einfachen Worten erklärt, was Sache ist.
Selbst für das figurale Schnitzen ist dieses Buch von Nutzen, denn das Grundhandwerk für das Figurenschnitzen führt auch über das Kerbschnitzen. Zudem werden hier Werkzeuge vorgestellt und verschiedene Techniken verbildlicht.
Joseph Mader (1905 – 1982) hat das Buch 1981, 1 Jahr vor seinem Tod auf den Markt gebracht und wurde in mehrern Auflagen veröffentlicht.
Ein Buch, das in keiner Schnitzerwerkstatt fehlen sollte. Übrigens, das Kerbschnitzen ist eine der ältesten ornamentalen Künste!

Muatta, lass mi a mitgeh
Kaum eine Krippe gibt es als typische Ebenseer Landschaftskrippe, wo nicht diese Doppelfigur „D’Muatta, lass mi a mitgeh“ zu finden ist. In der Darstellung drängt sich das kleine Töchterchen an die zum Weggehen bereite Mutter, um auch zur Krippe mitgenommen zu werden.
Ähnlich wie beim männlichen Gegenstück des „Vada, lass mi a mitgeh“, geht es in der Aussage darum, daß das Kind mit dem Erwachsenen unbedingt mit zum neugeborenen Kinde mitgenommen werden möchte. Für Schnitzer ist diese Darstellung eine besondere Herausforderung, da es sich hierbei nicht nur um eine sehr bekannte Szene handelt, sondern vor allem das eindringliche Flehen des Kindes zum Ausdruck gebracht werden soll.

Nachbarn
Der erste Platz im Reigen der Ebenseer Hirtenfiguren kommt zweifelsfrei den Hauptfiguren des „Bruadan“ zu. Die beiden Nachbarn zählen zu den ältesten, besungenen Figuren. Sie werden beisammenstehend dargestellt, einer deutet mit der Hand zum Stall, der zweite ist sichtlich verwundert, manchmal auch erschrocken. Diese beiden Figuren symbolisieren auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Ebenseer, sie stellen die gute Nachbarschaft oder die Verbundenheit mit dem Arbeitskameraden dar (siehe auch „Bruadan“ – oben).

Osterkrippe
Eine besondere Art der Krippe ist die Osterkrippe oder auch Passionskrippe genannt. Zumeist enthält die Passionskrippe mehrere Szenen der Osterliturgie, wie etwas das Letzte Abendmahl, den Kreuzweg, die Kreuzigung, die Grablegung oder die Auferstehung. Je mehr Szenen in der Passionskrippe dargestellt werden, um so schwieriger wird es für den Krippenbauer, die einzelnen Darstellung noch übersichtlich zu gestalten. Dazu bedient man sich oft auch der Mechanik, die die Krippe drehen läßt oder man greift auf die Form der Landschaftskrippe zurück, wo die einzelnen Szenen integriert werden können. Ein besonders sehenswertes Beispiel einer Passionskrippe aus dem Jahr 1719 ist an den Kartagen am Phillipsberg bei Schwanenstadt zu besichtigen.

Papier- und Kartonkrippen
Kartonkrippe aus der WunderweltEine ganz spezielle Art von Krippen, die ich auch meiner Kindheit kenne, sind die Krippen als Ausschneidebögen, die regelmäßig der damaligen „MUSS“, der „Wunderwelt“ beigelegt waren. Hochwertige Qualität mit teils Kartonprägung und farbigem Druck, das war Animation genug, Schere und Kleber zur Hand zu nehmen und sich so seine eigene Krippe zu bauen. Die abgebildete Krippe war meine, die ich insofern noch veredelte, als daß ich die ausgeschnittenen Kartonteile auf dünnes Sperrholz leimte und mit der Laubsäge ausschnitt. Das Ganze auf einer verleimten Platte gestellt, Seitenwände und ein Dach dazu, und schon war meine 1. Krippe fertig, die mich immerhin bis zu meinem frühen Erwachsenenalter treu begleitete. Irgendwann war aber diese Krippe doch spurlos verschwunden – leider. Wunderwelt – Ausschneidebögen gibt es aber nach wie vor (oder schon wieder) unverändert und können einfach und günstig bestellt werden.

Rohling / Fräsling
In bestimmten Gegenden werden von „Figurenschnitzern“ maschinell vorgefertigte Rohlinge, auch Fräslinge, benutzt und händisch nachbearbeitet. Solche Figuren kennt man primär daran, daß es ein und dieselbe Figur in allen Größen – aber in identischer Ausführung, auch spiegelverkehrt – gibt. Über die Bezeichnung solcher als „handgeschnitzt“ läßt sich streiten, kommen aber sehr oft, überteuert, als „handgeschnitzte Figur“ auf den Markt.

Schnegerer
So wird ein Holzschnitzer im Salzkammergut genannt. Kaum ein ernstzunehmender Schnitzer des „alten Schlags“ wird sich je als Künstler betrachten, sondern ausschließlich seine Phantasie aus dem Stück Holz in eine Figur umsetzen. Viele Krippenschauer, besonders die von auswärts kommen, bewundern zwar die unglaubliche Phantasie, mit der die Krippen aufgemacht werden, sind jedoch manchmal enttäuscht über die vielfach ‚primitiven‘ Schnitzarbeiten. Dies lag aber vielmehr am primitiven Werkzeug als an der Qualität des Schnegerers, woraus sich ein typischer Stil, heute mit viel Einfühlungsvermögen nachzuschnitzen, entwickelte.

Schnitzholz
Prinzipiell ist jedes Holz schnitzbar, doch nicht alle Holzarten lassen sich auch gut schnitzen. Typische Schnitzhölzer sind die Linde, die Zirbe oder auch die Weymouth-Kiefer. Wichtig dabei ist, zu wissen, daß jedes Holz seine Eigenheiten hat. Während das Lindenholz sich als feinfasrige Holzart leicht schnitzen läßt eignet sich das Holz vom Ahorn kaum zum händischen Schnitzen und ist vielmehr zur Herstellung von „Rohlingen“ gedacht. Zirbenholz duftet angenehm, dunkelt aber teilweise stark nach. Meine letzte Erfahrung habe ich mit dem Holz der Roßkastanie gemacht und ich muß sagen, ein sehr gutes Schnitzholz!

Schnitzmesser
Die Bezeichnung „Schnitzmesser“ mag nicht ganz korrekt sein, „Schnitzeisen“, „Beitl“ oder „Schnitzwerkzeug“ wird da und dort auch verwendet, ich denke aber, daß ich mit demn Begriff „Schnitzmesser“ ziemlich allgemeinverständlich werde. Wichtiger als die korrekte Bezeichung ist die Qualität der Werkzeuge, denn mit dieser hängt sehr viel davon ab, wie das Endprodukt beim Schnitzen aussehen wird. Gängige Marken bei uns sind „Stubai“ und „Pfeil“, beide angesehene Werkzeuge in ähnlicher Preisbasis. Darüber hinaus gibt es noch einige Messerschmieden in Deutschland mit sehr guter Produktqualität. Doch was hilft das beste Werkzeug, wenn man die Pflege dessen nicht beherrscht und zur Pflege zählt nicht nur das Schleifen! Länger nicht verwendete Messer sollten fein eingeölt werden.

Schwammkrippe
Das ist eine Art von Krippen, die auf einem Baumschwamm (->siehe Baumschwamm) gebaut ist. Wegen des kleinen Wuchses dieser Baumschwämme handelt es sich bei der Schwammkrippe daher um eine kleine Art von Krippe und wird meist aufgehängt. Dargestellt werden kann ein kleines Gebirge mit einer Almhütte aufgebaut und mit Gemsen und Kühen bestückt. Eine Sennerin winkte dem Wildschütz zu, vorne, um den Rundbogen des Holzschwammes, verläuft ein Zaun. Von den Schwammkrippen gibt es nur wenige Exemplare, und man muß daher diese Krippenart zu den Raritäten zählen.

Schwanthaler
Das Salzkammergut ist eng mit der Schnitzerdynastie der Schwanthaler verbunden. Einer von den Schwanthalers, Johann Georg Schwanthaler (1740-1810) lebte und wirkte im Raum Gmunden und hinterließ als Besonderheit ein einmaliges Krippenwerk, die aus sieben Darstellungen bestehende „Schwanthaler Krippe“, die als „Mutterkrippe der Salzkammergutkrippen“ gilt und seit 1974 als gesamtes Ensemble in der Pfarrkirche Altmünster alljährlich zwischen Weihnachten und Maria Lichtmeß zu besichtigen ist. Obwohl die Krippe bereits über 200 Jahre alt ist, haben alle Figuren noch ihre Originalbemalung!

Schweifstern
Dies ist der berühmte Komet, der der Legende nach den „3 Weisen aus dem Morgenland“ den Weg zur Krippe wies. Der Schweifstern wird üblicherweise von rechts oben nach schräg links unten dargestellt und erst mit der Einstellung der Heiligen 3 Könige an der Krippe angebracht, meist dort, wo bis dahin der Gloriaengel postiert war.
Der Stern wurde zum Weihnachtssymbol, weil die Bibel (Matthäus 2,1-12) erzählt, dass Sterndeuter aus dem Osten (die „Weisen aus dem Morgenland“) von einem Stern zum neugeborenen Jesus nach Betlehem geführt werden. Durch lange Zeit hielt man den Stern von Betlehem für einen Kometen, weshalb der Weihnachtsstern häufig mit einem Schweif dargestellt wird. Heute sehen manche Astronomen im biblischen Stern von Betlehem eine für die Zeit Jesu nachweisbare Jupiter-Saturn-Konjunktion. Ob es sich beim biblischen Stern um ein astronomisches Phänomen oder um ein religiös-literarisches Symbol oder um beides handelt, Sterne aller Art dominieren jedenfalls die moderne Weihnachtsdekoration
(Zit. aus: Karl Veitschegger, Weihnachtssymbole – Herkunft und Bedeutung).

Traubenträger
Eine besonders interessante und vieldiskutierte Figur in der Krippe ist der Traubenträger (auch: „Weintraubentråga“ oder „Weintraubenträger“), oft als Einzelfigur, oft auch als Doppelfigur dargestellt. Eines ist für beide Versionen typisch: die überdimensioniert große Weintraube. Dies hat den Ursprung darin, daß die alten Schnegerer einst in ihrer Phantasie das „Gelobte Land“ als besonders ausgeprägt sahen, wo alles noch größer, noch schöner und noch prächtiger sein müßte. Die Einzelfigur trägt die Weintraube, meist am Stab auf dem Rücken, die Doppelfigur besteht aus 2 Trägern, die die Traube an einer Stange hängend, hintereinander gehend tragen.

Urbal mit der Leinwand
Er ist die populärste Figur und dies wahrscheinlich deshalb, da er des Ebenseer liebsten Zeitvertreib, seinen Vogel, dem Kind opfert. Der Urbal läuft, getreu dem Lied, und hält unter dem rechten Arm eine Leinwand eingeklemmt. In der linken Hand hält er einen Stock, auf den das Vogelhaus, mit dem Vogel darin gebunden, was nicht typisch ist. Bei älteren Figuren trägt er das Vogelhaus in der Hand. Der Urbal wird meist in der Mitte des Hirtenfeldes platziert. Meist sieht man auch „Urbals“ ohne Vogelhaus. Doch manchmal halten diese Figuren den Stock noch waagrecht in der Hand, ein Zeichen, daß auch diese „Urbals“ ursprünglich mit einem Vogelhaus bestückt gewesen sein dürften, dieses jedoch im Laufe der Zeit verlorenging. (Zitat aus: „O Bruader, lieber Bruader mein“ Buch von Franz Frey).

Viechtau
Die Viechtau, erstmals 1346 als „Vichtaw in Münsterer Pfarr“ urkundlich erwähnt, erstreckt sich in seiner ursprünglichen Form am nördlichen Rand des Höllengebirges vom Westufer des Traunsees bis in die Großalm. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts wurde im Gebiet der Viechtau viel Holz geschlägert, das zur Feuerung der Soleöfen im nahen Ebensee gebraucht wurde. Aber schon vorher war hier eine regelrechte Holzindustrie ansässig, die um 1524 „waldschädigende Ausmaße“ angenommen hatte. Pinselgriffe, Wäschekluppen und Löffel waren die primären Produkte, die von hier mit den Salzschiffen auf der Traun und weiter Donauabwärts transportiert wurden. Heute ist Viechtau ein Ortsteil der Ortschaft Neukirchen, die Wiederum ein Ortsteil von Altmünster ist.

Vada, lass mi a mitgeh
Eine der bekanntesten Figuren in der Salzkammergut-Krippe ist diese Doppelfigur, die einen Vater darstellt, an dessen Hand der kleine Sohn zur Krippe geführt wird. Meist wird die Darstellung so gedeutet, daß der kleine Sohn sich an die Hand des Vaters klammert ganz so, als würde er flehen: „Vater, laß mich auch mitgehen…“. Das typische Gegenstück dieser Kleinszene ist die „Muatta, lass mi a mitgeh“, wo sich das kleine Töchterchen an die Hand der Mutter drängt um auch mit zur Krippe genommen zu werden.

Wiagaltraga
6-0452-009Eine der typischen „Salzkammergut-Figuren“ ist der Wiagaltraga, auch als „Wiagltråga“ bezeichnet. Diese männliche Figur, aus dem ländlichen Leben gegriffen dargestellt, bringt dem neugeborenen Kind im Stall eine selbstgezimmerte Wiege. Die Darstellung des Wiagaltraga ist auch in den Tiroler Krippen und sogar in Krippen weit entfernt vom Salzkammergut verbreitet. Für diese Verbreitung gibt es laut Kennern eine simple Erklärung. In der Zeit der Industrialisierung kam es um 1775 zur Verlegung von vorerst 221 Arbeitskräften von einem Ort zum anderen. Mit diesen Verlegungen wurde auch die Tradition durch die „Altsalzkammergütler“ bis in die Waldkarpaten ins heutige Gebiet der Ukraine (Deutschmokra / Nimezka Mokra und Königsfeld / Ust-Tschorna) verbreitet. Tondokument Freies Radio Salzkammergut.

Winterkrippe
Eine ganz besondere Art von Krippen ist die Winterkrippe, die der Zeit und der Gegend unserer älplichen Heimat nachempfunden ist. Hier ist es die Feinfühligkeit des Krippenbauers, die Natur genau zu beobachten und dann die Gegend, die Bäume, die Häuser so mit „Schnee“ zu bedecken, daß es möglichst echt aussieht. Klar, daß hier auch die Bekleidung und das Fell von vorhandenen Tieren ebenfalls der kalten Jahreszeit angepaßt werden sollen. Bei der Winterkrippe läßt sich der Effekt ganz besonders erhöhen, wenn man die Krippe mit LED-Licht ausstattet und im Außenbereich „kaltweißes Licht“ und im Innenbereich „warmweißes Licht“ installiert. Bei der Winterkrippe weiche ich von der strengen Krippenbau-Tradition ab und verwende Deko-Schnee, den ich allerdings noch stellenweise eigens behandle.

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